Teil 2: Die Wahrheit über günstige Überwachungskameras für Zuhause

Willkommen zu Teil 2 unserer Serie zum Thema „Überwachungskamera für Zuhause“. In diesem Beitrag möchten wir aufzeigen, welche Probleme bei günstigen Kameramodellen auftreten können und warum es wichtig ist, in verlässliche Sicherheitstechnik zu investieren.

 

 

Günstige Überwachungskameras - trügerischer erster Eindruck

Viele preiswerte Überwachungskameras, wie man sie auf Online-Marktplätzen oder bei Discountern findet, wirken auf den ersten Blick überzeugend: Sie kommen mit modernen Produktbildern, einer langen Liste an Funktionen und versprechen eine einfache Installation. Doch in der Praxis zeigt sich häufig ein anderes Bild – vor allem dann, wenn es wirklich darauf ankommt.

Ein zentrales Problem ist der fehlende Support nach dem Kauf. Viele Hersteller bieten keinerlei Unterstützung bei der Einrichtung oder Konfiguration. Kommt es zu Problemen, ist oft niemand erreichbar, oder Funktionen verschwinden stillschweigend mit dem nächsten Update.

Hinzu kommt: Wichtige Sicherheitsupdates bleiben bei vielen günstigen Modellen aus. Das bedeutet: Mit jeder veralteten Software steigt das Risiko von Hackerangriffen, Fremdzugriffen oder sogar Datenverlust.

Internetgefahren – reale Risiken durch schwache IT-Sicherheit

In Zeiten von Internet und Smart Home darf man eines nicht vergessen: Nicht alle Menschen im Netz haben gute Absichten. Es gibt leider viele Personen, die sich ausschließlich damit beschäftigen, in Systeme wie eine Überwachungskamera einzudringen. Im Internet kursieren Tools und Plattformen, mit denen sich offene Videoüberwachungskameras weltweit durchstöbern lassen. Es ist keine Seltenheit, dass dort ungeschützte Live-Bilder von Privatgärten, Hauseingängen oder sogar Kinderzimmern zu sehen sind – ohne Wissen der Besitzer. Stellen Sie sich vor, jemand greift auf Ihre Überwachungskamera zu und veröffentlicht Aufnahmen von Ihnen, Ihrer Familie oder Ihren Kindern im Internet. Das will wirklich niemand! Darum gilt:

  • Regelmäßige Sicherheitsupdates sind entscheidend

  • Die richtige Konfiguration schützt Sie zusätzlich

Und das betrifft alle Hersteller, egal ob Axis, Hikvision, Dahua, Hanwha Vision, Mobotix oder andere.


WLAN-Kamera – bequem, aber anfällig

Ein weiteres Thema sind WLAN-Überwachungskameras. Sie sind beliebt, weil sie einfach und schnell  zu installieren scheinen. Doch sie bringen massive Nachteile mit sich:

  • Instabile Verbindung bei schwachem WLAN oder Beinträchtigungen des WLAN

  • Verzögerte oder fehlende Benachrichtigungen

  • Verbindungsabbrüche bei hoher Netzwerkauslastung

  • Keine Ausfallsicherheit bei Routerstörungen

WLAN ist oft das Hauptproblem das die Videoüberwachung nicht zuverlässig funktioniert

In vielen Haushalten sind Smartphones, Laptops, Smart-TVs und andere Geräte gleichzeitig im WLAN aktiv. Eine Videoüberwachung braucht jedoch eine stabile Datenverbindung mit konstanter Bildrate (FPS-Frames per Second). Fallen einzelne Überwachungsbilder oder Sekunden aus, entstehen Lücken in der Aufzeichnung.

Ein Beispiel: Ein Einbrecher steigt über den Zaun – das Bild sehen Sie. Doch beim schnelles Weiterlaufen über das Grundstück fehlen die nächsten Sequenzen. Plötzlich ist er wieder aus dem Überwachungsbild – dazwischen: Nichts.
Dazu kommt: Viele moderne Häuser haben beispielsweise Holzfassaden, die bei Regen durchfeuchtet sind – das ist Gift für die WLAN-Verbindung.

Und Antennen an der WALN-Kamera? Die lassen sich mit einem Handgriff abbrechen – und schon ist das WLAN-Signal und dementsprechend die Videoüberwachung weg.

Wichtig: WLAN ist nicht gleich Funk. Eine professionelle Alarmanlage nutzet Funktechnologie auf ganz anderen Frequenzen – deutlich stabiler und zuverlässiger.

Unsere klare Empfehlung: Wenn baulich möglich, verzichten Sie auf WLAN-Kameras – insbesondere bei Neubauten. Netzwerkkabel bieten hier die deutlich zuverlässigere und sichere Lösung.

 

Akkubetriebene Überwachungskameras – flexibel, aber nicht sicher

Kommen wir zu einem weiteren beliebten, aber problematischen Kameratyp für Videoüberwachung: akkubetriebene Überwachungskameras. Klingt auf den ersten Blick praktisch – ist es aber nur in Ausnahmesituationen sinnvoll.

Die Nachteile:

  • Begrenzte Akkulaufzeit, vor allem bei vielen Ereignissen im Überwachungsbild oder niedrigen Temperaturen

  • Nicht geeignet für dauerhafte Videoüberwachung bei hoher Videoanlyse - Aktivität

  • Ladepausen = Sicherheitslücken

  • Akku-Kamera verliert bei Kälte rapide an Leistung

  • Physisch leicht manipulierbar und zudem, wird die Akku-Kamera geklaut - das war es mit der Videoüberwachung

Eine Akku-Kamera, die in 2,45m Höhe montiert ist, damit sie den richtigen Erfassungswinkel hat (das sie oftmals kein Varioobjektiv besitzt), muss für das Laden regelmäßig mit der Leiter erreicht werden – nicht praktikabel. Hier sprechen wir nicht mehr von Videoüberwachung welche zum Schutz der Famillie beitragen soll. 

Zwar gibt es Solaroptionen, aber ganz ehrlich: Wie oft haben wir in Deutschland verlässlichen Sonnenschein, vor allem im Winter? Die Folge: Akku leer, Kamera aus und somit ist Ihr Grundstück nicht mehr überwacht.

Auch die Lebensdauer der Akkus ist begrenzt. Solche Überwachungskameras sehen oft aus wie Spielzeug und werden von Einbrechern nicht ernst genommen, sie nehmen diese einfach mit.

Cloud-Anbindung – bequem, aber datenschutzrechtlich bedenklich

Viele günstige Überwachungskameras bieten eine Anbindung an die Cloud - was praktisch erscheint, kann sich als ernsthaftes Risiko entpuppen. Denn oft werden die Videoaufnahmen auf Servern gespeichert, die sich außerhalb Europas befinden – häufig ohne klare Angaben dazu, wer Zugriff auf die Daten hat.

Die Probleme:

  • Keine DSGVO-konforme Speicherung

  • Kaum Transparenz über Datenverarbeitung

  • Oftmals mit folgekosten für Cloud-Dienste verbunden

  • Gefahr von Datenlecks oder Missbrauch

In Deutschland ist das Thema Datenschutz extrem wichtig – und das aus gutem Grund.

Bei vielen Billiganbietern lässt sich kaum herausfinden, wo die Server für die Cloud sichbefinden. Und wenn doch, stellt sich oft heraus: Nicht in Europa – und ohne Sicherheitszertifikate.

Die Folge: Ihre Sicherheitsaufnahmen der Videoüberwachung vom Garten, vom Hauseingang oder aus dem Kinderzimmer können in falsche Hände geraten. Und das merkt man oft erst dann, wenn es zu spät ist.

Fazit: Sicherheit beginnt mit der richtigen Entscheidung

Videoüberwachung ist eine sinnvolle Investition in Ihre Sicherheit, wenn sie richtig umgesetzt wird. Günstige Überwachungskameras mit lückenhaftem Support, unsicherer Technik und unklarem Datenschutz sind keine Lösung.

Unsere Empfehlung:

  • Verzichten Sie auf Billigprodukte ohne klare Sicherheitsstandards

  • Setzen Sie bei Möglichkeit auf kabelgebundene Systeme statt WLAN

  • Achten Sie auf Datenschutz und geprüfte Cloud-Anbieter

  • Und: Überwachung muss ernst genommen werden auch bei der Wahl der Geräte

Sie haben Fragen oder wünschen eine individuelle Beratung? Wir von German Protect helfen Ihnen gerne weiter – professionell, transparent und praxisnah.

Besuchen Sie unseren German Protect YouTube-Kanal für echte Tests, Vergleiche und Live-Beispiele aus dem Alltag der professionelle Videoüberwachung und Alarmanlagen Welt!

 


Erfahren Sie mehr zum Autor des Inhalts:

Bogdan Tamasan

Bogdan Tamasan

Herr Bogdan Tamasan ist seit 1994 in der Sicherheitsbranche tätig und seit 2011 geschäftsführender Gesellschafter der ESA GmbH German Protect mit über 27-jähriger Erfahrung im Bereich Sicherheitstechnik, Schutz, Prävention, Planung und Projektentwicklung. In seiner Tätigkeit als Sicherheitsberater für verschiedene Konzerne und Institutionen europaweit, konnte sich Herr Tamasan in dieser langen Zeitspanne eine fundierte und praxisnahe Erfahrung und Wissen aneignen, welches von Jahr zu Jahr durch verschiedene System- und Partnerzertifizierungen vertieft wurde. Ein kleiner Auszug seiner Zertifizierungen: Axis Solutions Partner, IHK zertifizierte Fachkraft für Video-Sicherheitstechnik, Hikvision Sub-Distributor, Vivotek Expert, Hanwha Security Engineering, Mobotix Advanced Partner, Avigilon Partner, Sony Video Security Gold Partner, Flir Partner, Eneo System Integrator, Bosch Partner, Seetec Professional, Milestone Partner, Wave Professional, Aimetis Certifed, zertifizierter Telenot Facherrichter und Stützpunkt, Planung und Einbau von Einbruchmeldeanlagen nach VdS 2311 und VDE 0833, Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchmelder gemäß DIN 14676, Videofied zertifizierter Partner, Risco Certified, Jablotron zertifizierter Partner, Ajax zertifizierter Partner, rayTec Professional SimonsVoss Partner usw.