WLAN Kameras in der Videoüberwachung: Chancen und Grenzen

Wir von German Protect, einem der größten Anbieter für professionelle Videoüberwachung und Errichter für Sicherheitstechnik in Europa, zeigen in diesem Beitrag die Vor- und Nachteile der WLAN Kamera. Viele Hersteller werben mit einfacher Installation, kabelloser Verbindung und günstigen Preisen. Doch in der Praxis zeigen WLAN Kameras erhebliche technische und sicherheitsrelevante Schwächen, die man kennen sollte, bevor man sie für eine ernsthafte Videoüberwachung einsetzt.

 

 

Vorteile der WLAN Kamera

Auch wenn wir die Schwächen kritisch beleuchten, besitzt die WLAN Kamera einige Vorteile:

  • Einfache Installation: Kein Netzwerkkabel nötig, Einrichtung meist in wenigen Minuten möglich.

  • Flexibilität: Auch dort nutzbar, wo keine Verkabelung möglich ist (z.B. Gartenhaus, Garage, Baustelle).

  • Geringe Kosten: WLAN Kameras sind schon ab unter 100€ erhältlich.

  • App-Steuerung: Zugriff auf Livebilder per Smartphone-App, häufig mit Push-Benachrichtigungen.

  • Smart-Home-Integration: Einfache Anbindung an Alexa, Google Home oder andere Systeme.

Für einfache Beobachtungsaufgaben ohne hohen Sicherheitsanspruch kann eine WLAN Kamera also durchaus ausreichen.

Technische Schwächen der WLAN Kamera

1. Instabile Verbindung und eingeschränkte Auflösung

  • WLAN-Kameras arbeiten überwiegend im 2,4-GHz-Band. Reichweite: theoretisch 30m in Gebäuden, bis 100m im Freien.

  • Probleme in der Praxis: Beton, Ziegel oder Stahlbeton reduzieren das Signal stark. Besonders kritisch: nasse Holzfassaden, die Funkwellen um bis zu 90% absorbieren.

  • Latenzzeiten: Verzögerungen von 200–500 ms sind üblich.

  • Paketverluste: Für ein stabiles Full-HD-Bild mit 25fps werden ca. 4–6 Mbit/s konstante Bandbreite benötigt.

Daher bieten viele WLAN Kameras technisch nur eine maximale Auflösung von 4 Megapixel (2.560 x1.440 Pixel). Höhere Auflösungen wie 4K erzeugen Datenraten von 8-12 Mbit/s pro Überwachungskamera, was bei WLAN-Übertragung schnell zu Netzwerkauslastungen, Verbindungsabbrüchen und Bildausfällen führt.

2. Unsichere Cloud-Speicherung

Viele günstige WLAN Kameras speichern Daten ausschließlich in einer Cloud:

  • Serverstandort unklar - oft in Drittländern außerhalb der EU.

  • Datenschutzrisiken: Speicherung erfolgt ohne DSGVO konforme Sicherheitsstandards.

  • Fehlende Verschlüsselung - teilweise werden Videostreams sogar unverschlüsselt übertragen.

Der Nutzer weiß nie, wer auf seine Aufnahmen zugreifen kann.

3. Hohes Risiko durch Hackerangriffe

Ein besonders kritischer Aspekt ist die IT-Sicherheit. Eine WLAN Kamera stellt ein erhebliches Risiko im Heimnetzwerk dar:

  • Unsichere Standard-Passwörter: Viele Kameras werden mit voreingestellten Admin-Zugangsdaten ausgeliefert.

  • Fehlende Firmware-Updates: Billige Modelle erhalten selten Sicherheitsupdates.

  • Portfreigaben im Router: Um eine WLAN Kamera aus der Ferne zu erreichen, öffnen viele Nutzer Ports im Router - ein massives Sicherheitsrisiko.

  • Schwache Verschlüsselung: Manche Kameras übertragen Daten nur per HTTP statt HTTPS.

Konsequenz: Eine gehackte WLAN Kamera ist nicht nur selbst unsicher, sondern kann als Einfallstor ins gesamte Heimnetzwerk dienen. Angreifer könnten so auch auf Computer, Smart-Home-Geräte oder sensible Daten zugreifen.

4. Akkubetriebene WLAN-Kameras

  • Akkus verlieren bei Kälte bis zu 50% ihrer Kapazität.

  • Solarpanels liefern im Winter in Deutschland oft nicht genug Strom (unter 2 Sonnenstunden täglich).

  • Optische Probleme: Antennen und Solarpanel an der Hausfassade wirken unästhetisch.

Damit eignen sich akkubetriebene WLAN-Kameras als Überwachungskamera nicht für eine dauerhafte Videoüberwachung.

5. Irreführung durch Billig-Anbieter und „Tests“

Das Internet ist voll von Anbietern, die billige WLAN Kameras verkaufen und sie als die „Super-Überwachungkamera“ bewerben, angeblich perfekt für die Videoüberwachung.

  • Oft werden kommerzielle Tests oder Vergleichsseiten veröffentlicht, die angeblich die „beste WLAN Kamera“ küren.

  • Diese Tests sind in der Regel nicht neutral und basieren selten auf echtem Fachwissen in der Sicherheitstechnik.

  • Stattdessen wird dem Privatkunden suggeriert, dass eine WLAN Kamera für unter 100 Euro die optimale Lösung für die Videoüberwachung sei.

In der Praxis passiert Folgendes:

  • Der Kunde kauft die günstige WLAN Kamera.

  • Nach kurzer Nutzung stellt er fest, dass sie die Erwartungen nicht erfüllt - sei es durch Ausfälle, Sicherheitsprobleme oder schlechte Bildqualität.

  • Ergebnis: In rund 90% der Fälle kommt es zu einem Doppelkauf, erst die billige WLAN Kamera, danach doch ein professionelles System.

Das macht die vermeintlich günstige Lösung am Ende deutlich teurer.


German Protect - unsere Empfehlung für Überwachungskamera
um eine  zuverlässige Videoüberwachung zu realisieren

Wir von German Protect als professioneller Anbieter für Videoüberwachung und Errichter für Sicherheitstechnik raten unseren Kunden klar von einer WLAN Kamera ab - außer es gibt keine andere Möglichkeit und es muss unbedingt sein.

Stattdessen empfehlen wir:

  • Verkabelte Überwachungskameras mit PoE (Power over Ethernet) → stabile Datenübertragung und Stromversorgung über ein Kabel.

  • Professionelle Systeme mit hoher Auflösung (bis 4K/8MP) und stabiler Bildrate ohne Aussetzer.

  • Sichere Speicherung auf einem Netzwerkvideorekorder, redundante Backups oder DSGVO-konforme Cloud.

  • Netzwerksicherheit durch moderne Verschlüsselung, Updates und VLAN-Integration.

Darüber hinaus beraten wir unsere Kunden individuell, planen die optimale Lösung und übernehmen auch die fachgerechte Montage und Einrichtung.

German Protect Fazit

Die WLAN Kamera bietet zwar Vorteile wie einfache Installation und günstige Anschaffung, ist aber für eine ernsthafte Videoüberwachung zu instabil, zu unsicher und technisch limitiert. Deshalb gilt:

  • WLAN Kameras nur als Notlösung oder für sehr einfache Anwendungen nutzen und nicht für eine ernsthafte Videoüberwachung.

  • Für echte Sicherheit immer auf professionelle, kabelgebundene Überwachungskameras von German Protect setzen - inklusive Beratung, Planung und Montage.

Denn in der Videoüberwachung zählt am Ende nur eines:

Zuverlässigkeit und Sicherheit - und genau dafür stehen wir von German Protect

 


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Bogdan Tamasan

Bogdan Tamasan

Herr Bogdan Tamasan ist seit 1994 in der Sicherheitsbranche tätig und seit 2011 geschäftsführender Gesellschafter der ESA GmbH German Protect mit über 27-jähriger Erfahrung im Bereich Sicherheitstechnik, Schutz, Prävention, Planung und Projektentwicklung. In seiner Tätigkeit als Sicherheitsberater für verschiedene Konzerne und Institutionen europaweit, konnte sich Herr Tamasan in dieser langen Zeitspanne eine fundierte und praxisnahe Erfahrung und Wissen aneignen, welches von Jahr zu Jahr durch verschiedene System- und Partnerzertifizierungen vertieft wurde. Ein kleiner Auszug seiner Zertifizierungen: Axis Solutions Partner, IHK zertifizierte Fachkraft für Video-Sicherheitstechnik, Hikvision Sub-Distributor, Vivotek Expert, Hanwha Security Engineering, Mobotix Advanced Partner, Avigilon Partner, Sony Video Security Gold Partner, Flir Partner, Eneo System Integrator, Bosch Partner, Seetec Professional, Milestone Partner, Wave Professional, Aimetis Certifed, zertifizierter Telenot Facherrichter und Stützpunkt, Planung und Einbau von Einbruchmeldeanlagen nach VdS 2311 und VDE 0833, Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchmelder gemäß DIN 14676, Videofied zertifizierter Partner, Risco Certified, Jablotron zertifizierter Partner, Ajax zertifizierter Partner, rayTec Professional SimonsVoss Partner usw.