Überwachungskamera per App steuern klingt bequem, kann jedoch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Videoüberwachung darstellen.
Aktuell sind innerhalb der EU über 20.000 Überwachungskameras ungeschützt aus dem Internet erreichbar. Besonders kritisch wird der App Zugriff, wenn Funktionen wie Gesichtserkennung oder Kennzeichenerkennung eingesetzt werden.
In diesem Beitrag der Dokumentationsreihe Überwachungskamera Test 2026 von German Protect zeigen wir, warum der mobile Zugriff auf eine Überwachungskamera gefährlich sein kann und worauf private sowie gewerbliche Anwender dringend achten sollten.
Warum der mobile App Zugriff auf eine Überwachungskamera ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt
Der mobile Zugriff auf eine Überwachungskamera per Smartphone App ist heute fester Bestandteil moderner Videoüberwachung. Live Bilder abrufen, Benachrichtigungen erhalten oder Aufzeichnungen einsehen ist jederzeit und von überall möglich.
Was auf den ersten Blick komfortabel wirkt, stellt in der Praxis jedoch einen der größten Sicherheitsfaktoren moderner Videoüberwachungssysteme dar.
Gerade in Zeiten zunehmender Cyberangriffe, Industriespionage und Datenschutzverstöße zeigt sich deutlich: Nicht nur die Überwachungskamera selbst ist das Kernproblem, sondern der unsichere mobile Zugriff auf die Videoüberwachung.
Einordnung im Rahmen Überwachungskamera Test 2026 von German Protect
Dieser Beitrag ist Teil unserer Dokumentationsreihe Überwachungskamera Test 2026 von German Protect Im Rahmen dieser Reihe analysieren wir nicht nur Bildqualität oder technische Merkmale einer Überwachungskamera, sondern legen bewusst den Fokus auf reale Sicherheitsrisiken im praktischen Einsatz der Videoüberwachung.
Mit diesem Artikel sprechen wir gezielt Kunden an, um aufzuzeigen, wie gefährlich ein unzureichend abgesicherter App Zugriff auf die Videoüberwachung sein kann. Der mobile Zugriff wird häufig als Komfortfunktion wahrgenommen, ist jedoch ein sicherheitskritischer Bestandteil jeder Überwachungskamera Installation.
Über 20.000 ungeschützte Überwachungskameras innerhalb der EU
Aktuelle Sicherheitsanalysen zeigen, dass über 20.000 Überwachungskameras innerhalb der EU ungeschützt aus dem Internet erreichbar sind.
In vielen Fällen ist der Zugriff möglich:
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ohne Authentifizierung
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mit Standard Zugangsdaten
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oder über unsicher konfigurierte App und Cloud Lösungen
Diese Überwachungskamera Systeme wurden meist nicht aktiv angegriffen. Sie wurden falsch eingerichtet, nicht ausreichend abgesichert oder bewusst zu einfach konzipiert.
Genau hier beginnt das Risiko moderner Videoüberwachung.
Bequemlichkeit statt Sicherheit bei der Überwachungskamera
Viele günstige Videoüberwachungssysteme ermöglichen es, eine Überwachungskamera, dabei insbesondere eine WLAN-Kamera, innerhalb weniger Sekunden per App in Betrieb zu nehmen.
Der typische Ablauf:
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App installieren
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Überwachungskamera scannen
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Videoüberwachung ist weltweit erreichbar
Was dabei häufig offen bleibt:
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auf welchen Servern die Videoüberwachung gespeichert wird
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in welchem Land sich diese Server befinden
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wer technisch Zugriff auf Bild und Videodaten hat
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welche Sicherheitsmechanismen tatsächlich greifen
Für Anwender ist das kaum nachvollziehbar. Für unbefugte Dritte ist der Zugriff auf eine schlecht gesicherte Überwachungskamera dagegen oft erschreckend einfach.
App only WLAN Kameras als besonders kritisches Marktsegment
Besonders kritisch ist der Umstand, dass es sehr viele Hersteller auf dem Markt gibt, bei denen die App direkt eine Verbindung zur WLAN Überwachungskamera herstellt. In diesen Fällen ist die WLAN Kamera nicht über einen Browser oder eine lokale Benutzeroberfläche programmierbar, sondern ausschließlich und sehr eingeschränkt über die App konfigurierbar.
Typische Merkmale dieser App only WLAN Kameras:
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keine vollständige Web Oberfläche
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keine detaillierten Sicherheits und Netzwerkeinstellungen
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stark eingeschränkte Benutzer und Rechteverwaltung
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kaum Kontrolle über Verschlüsselung und Verbindungswege
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fehlende Transparenz über Cloud und Serverstandorte
Die Konfiguration solcher Überwachungskamera Systeme ist meist sehr rudimentär.
Sicherheitsrelevante Einstellungen lassen sich entweder gar nicht oder nur oberflächlich vornehmen. Für Anwender ist es dadurch nicht nachvollziehbar, ob die Überwachungskamera tatsächlich sicher betrieben wird.
Gerade in Verbindung mit permanentem WLAN Zugriff und Cloud Anbindung entsteht hier ein erhebliches Risiko, da:
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die WLAN Kamera dauerhaft online ist
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der Zugriff technisch kaum kontrollierbar ist
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Sicherheitslücken weder sichtbar noch überprüfbar sind
Diese Bauart zählt zu den häufigsten Ursachen für offen erreichbare WLAN Überwachungskameras im Internet.
Videoüberwachung im gewerblichen Umfeld mit erhöhtem Risiko
Im gewerblichen Bereich ist eine unsicher angebundene Überwachungskamera besonders kritisch. Mitarbeiter stimmen der Videoüberwachung am Arbeitsplatz in der Regel zu.
Was sie nicht genehmigen:
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externen Zugriff auf die Überwachungskamera
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Speicherung der Videoüberwachung auf unbekannten Cloud Systemen
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Weitergabe oder unkontrollierte Einsicht der Aufnahmen
Besonders sensibel sind:
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Gesichter von Mitarbeitern
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Kennzeichen privater Fahrzeuge
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interne Abläufe und Produktionsprozesse
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Entwicklungsbereiche und Logistikzonen
Gelangen solche Inhalte unkontrolliert nach außen, drohen Datenschutzverstöße, rechtliche Konsequenzen und nachhaltiger Reputationsschaden.
Gesichtserkennung und Kennzeichenerkennung als kritische Funktionen
Besonders problematisch wird der mobile Zugriff, wenn die Überwachungskamera mit Gesichtserkennung oder Kennzeichenerkennung arbeitet. Beide Funktionen verarbeiten hoch sensible personenbezogene Daten.
Eine unsicher konfigurierte Videoüberwachung mit diesen Funktionen kann:
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Bewegungsprofile von Personen und Fahrzeugen erstellen
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Aufenthaltsorte und Zeitmuster nachvollziehbar machen
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Rückschlüsse auf private oder geschäftliche Routinen zulassen
Gerade im gewerblichen Umfeld etwa auf Parkplätzen, Zufahrten oder Betriebsgeländen ist die Kennzeichenerkennung rechtlich und technisch besonders sensibel.
Ein ungeschützter App Zugriff kann hier erhebliche datenschutzrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Private Videoüberwachung mit erhöhtem Missbrauchspotenzial
Auch im privaten Umfeld stellt eine Überwachungskamera mit aktivierter Gesichtserkennung oder Kennzeichenerkennung ein erhöhtes Risiko dar.
So können:
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Fahrzeuge von Besuchern erfasst werden
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Kennzeichen von Nachbarn gespeichert werden
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Bewegungen im privaten Umfeld nachvollzogen werden
Ein Verlust der Kontrolle über solche Daten ist in der Regel nicht reversibel.
Warum professionelle Überwachungskamera Systeme komplexer aufgebaut sind
Bei etablierten Herstellern wie Hikvision, Axis Communication, Ajax Systems, Hanwha Vision,Vivotek, oder Dahua Technology ist der Zugriff auf eine Überwachungskamera bewusst sicherheitsorientiert gestaltet.
Typische Merkmale professioneller Videoüberwachung:
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Integration der Überwachungskamera in ein lokales Netzwerk
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saubere Benutzer und Rechteverwaltung
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individuelle Zugangsdaten
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zusätzlicher Verifizierungscode für den mobilen Zugriff
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transparente Anzeige aller aktiven Zugriffe auf die Videoüberwachung
Diese Systeme sind weniger komfortabel, bieten dafür aber ein deutlich höheres Sicherheitsniveau.
German Protect Fazit zur Überwachungskamera und mobilem Zugriff
Der mobile Zugriff auf eine Überwachungskamera ist nicht grundsätzlich unsicher.
Gefährlich wird er dann, wenn:
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Sicherheit der Videoüberwachung vernachlässigt wird
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sensible Funktionen wie Gesichtserkennung oder Kennzeichenerkennung unkontrolliert genutzt werden
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Cloud Anbindungen intransparent sind
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Systeme ohne Fachkenntnis eingerichtet werden
Die hohe Zahl ungeschützter Überwachungskameras in Europa zeigt deutlich:
Professionelle Planung, fachgerechte Konfiguration und regelmäßige Updates sind essenziell.
Unser Anspruch bei German Protect
Bei German Protect liegt der Fokus auf sicherer Videoüberwachung, kontrollierter Nutzung sensibler Funktionen und fachgerecht konfigurierter Überwachungskamera Technik.
Im Rahmen unserer Dokumentationsreihe Überwachungskamera Test 2026 möchten wir Kunden nicht nur Produkte zeigen, sondern aufklären, sensibilisieren und reale Risiken transparent machen.
Denn eine Überwachungskamera soll Sicherheit schaffen und nicht selbst zur Gefahr werden.

