Weihnachtsmarkt Trier: Wenn die Fußgängerzone zur Autobahn wird
Ein Sicherheitsbericht von German Protect - Professionelle Sicherheitsanalyse 2025
Weihnachtsmärkte stehen für Sicherheit, Besinnlichkeit und gemeinsames Erleben. Doch der Weihnachtsmarkt in Trier zeigt, wie groß die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität sein kann. Auf Basis unserer umfassenden Vor-Ort-Analyse muss dieser Weihnachtsmarkt zu den unsichersten Weihnachtsmärkten Deutschlands gezählt werden.
1. Offene Zufahrt ohne jede Kontrolle - die gravierende Schwachstelle an der Eisarena
Bereits beim Betreten fällt eine massive Lücke im Sicherheitskonzept auf: Eine Zufahrtsstraße führt komplett ungesichert direkt in die Fußgängerzone hinein.
Vor Ort gab es:
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keine Bewachung
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keine Absperrung
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weder Polizei
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noch Stadtverwaltung
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noch einen Sicherheitsdienst
Jedes Fahrzeug und tatsächlich kamen viele, konnte uneingeschränkt und unkontrolliert in den Weihnachtsmarkt einfahren.
Folgt man dieser gefährlichen Zufahrt, erreicht man die Eisarena, wo zwei Reihen mobiler Poller aufgestellt sind. Bei genauer Betrachtung bieten diese jedoch keinerlei Schutz:
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beide Pollerreihen stehen schräg zueinander
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in einem Abstand von 10–12 Metern
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die Poller sind mobil und nicht fest verankert
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und zwischen der Polleröffnung und der Eislaufbahn existiert keine einzige weitere Barriere
Das Ergebnis ist erschütternd: Ein Fahrzeug kann diagonal völlig ungebremst durch beide Pollerreihen fahren – selbst ein 40-Tonner.
Wir haben dies im Video veranschaulicht: Steht man in der Mitte der Öffnung, wird deutlich, dass ein Lkw problemlos diagonal hindurchfahren könnte.
Noch gefährlicher ist die Tatsache, dass diese Öffnung direkt zur Eislaufbahn führt, wo sich:
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Kinder
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Eltern
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Großeltern
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sowie viele ältere Personen
aufhalten, die im Notfall nicht schnell ausweichen oder flüchten könnten.
2. Fehlende Sicherheitstechnik: Keine Videoüberwachung, keine Lautsprecher, keine KatWARN-Hinweise
Auf dem gesamten Weihnachtsmarkt war nicht eine einzige Überwachungskamera oder sonstige Videoüberwachung erkennbar.
Zusätzlich fehlten:
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Lautsprechertürme für Evakuierungen,
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optische Warnsignale,
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sichtbare KatWARN-Hinweise,
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jegliche Form moderner Gefahrenkommunikation.
In einem Bereich, der sicherheitstechnisch besonders sensibel ist, ist dies ein schwerwiegender Fehler.
3. Dringende Sicherheits-Empfehlung von German Protect
Wir empfehlen die sofortige Umsetzung folgender Maßnahmen:
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Bewachung durch Sicherheitsdienst oder Polizei: Eine permanente Besetzung würde unbefugtes Einfahren sofort reduzieren.
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Installation einer absperrbaren Fahrzeugbarriere. Zum Beispiel:
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hydraulische Metall-Autorampen
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versenkbare Autostopper
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automatisch ausfahrende Metallpoller (wie in Speyer)
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Austausch aller mobilen Poller gegen feste Barrieren: Nur zertifizierte, fest installierte Elemente verhindern ein diagonales Einfahren zuverlässig.
4. Der Schockmoment vor der Eis Arena - ein Auto direkt hinter uns
Während wir in Richtung Eisarena laufen, hören wir plötzlich ein Auto hinter uns. Mitten im Gedränge eines Weihnachtsmarktes.
Unser erster Gedanke: „Das muss die Polizei sein - die sind gerade an uns vorbeigelaufen.“
Doch als wir uns umdrehen, zeigt sich: Kein Trierer Fahrzeug - sondern ein Fremdfahrzeug mit RÜD- Kennzeichen.
Unfassbar: Die Polizei hat dieses Fahrzeug nicht einmal bemerkt und lief einfach weiter.
Dass ein ortsfremdes Fahrzeug unkontrolliert in einen Weihnachtsmarkt einfahren kann, ist alarmierend. Ein solches Risiko ist absolut unvertretbar.
5. Gefährliche Begegnungen - Kinderwagen, Kleinkind und hilflose Fußgänger
Kurz darauf fährt ein weiteres Auto in den Markt hinein.
Ein Vater musste sein Kind hastig zur Seite ziehen, damit das Fahrzeug weiterfahren konnte. Auf der anderen Seite des PKW`s befand sich ein Kinderwagen mit einem Kleinkind, der ebenfalls schnell von einem anderen Vater weggezogen werden musste. Es ist fraglich, ob der Fahrer den Kinderwagen überhaupt wahrgenommen hat.
Eine Frau mit Krücke kam dem Auto ebenfalls entgegen – sie hätte kaum ausweichen können.
6. Drei Beamte vor Ort - doch an völlig falscher Position
An einer Seitenstraße standen drei Beamte der Stadtverwaltung. Doch sie standen nicht an der offenen Zufahrt, wo die Gefahr real und sichtbar war. Ein weiteres Fahrzeug (diesmal mit Trierer Kennzeichen) fuhr relativ zügig hinein. Ein Beamter ging kurz hin – ließ den Wagen jedoch trotzdem durchfahren.
Ob der Fahrer bekannt war oder dort wohnt, spielt keine Rolle: Die Durchfahrt über den Weihnachtsmarkt ist nicht zu rechtfertigen.
7. Pendlerverkehr statt Weihnachtsromantik - über 30 Fahrzeuge in nur einer Stunde
Zwischen 19:30 Uhr und 20:30 Uhr, zur Hauptbesuchszeit, zählten wir: über 30 Fahrzeuge, die in den Weihnachtsmarkt hinein- oder herausgefahren sind.
Die Szenerie wirkte wie ein regelrechter Pendlerverkehr – und das zu einer Uhrzeit, in der Lieferverkehr ausgeschlossen werden kann. Bereits im Vorjahr wurde argumentiert, es handele sich um Lieferfahrzeuge. Doch um 20 Uhr ist dieses Argument endgültig widerlegt.
Wir filmten sogar ein Fahrzeug von Anfang bis Ende, wie es langsam, aber extrem nah an Fußgängern und Kindern durch die Fußgängerzone fährt.
8. Kurioses Sicherheitsgefälle - die falsche Seite ist geschützt
Eine besonders merkwürdige Beobachtung: Auf der gegenüberliegenden Seite der Eisarena war alles vorbildlich abgesichert.
Dort hätten Fahrzeuge ebenfalls fahren können, doch die Bereiche waren mit:
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automatisch ausfahrenden Metallpollern
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versenkbaren Sperren
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professionellen Barrieren
geschützt.
Die einzige Stelle jedoch, an der Fahrzeuge tatsächlich hineinfahren, blieb völlig offen. Ein sicherheitstechnisches Paradoxon.
9. Historischer Kontext - Die Amokfahrt von 2020
Während des Besuchs gestern fand in Trier die Gedenkfeier zur Amokfahrt von 2020 statt. Damals starben:
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fünf Menschen unmittelbar
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viele wurden verletzt
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weitere starben später an den Folgen
Dass am Jahrestag erneut Fahrzeuge ungehindert durch Menschenmengen fahren konnten, ist kaum zu fassen.
German Protect Fazit: Die Gefahr ist real und das Problem offensichtlich
Der Weihnachtsmarkt Trier weist gravierende Sicherheitsmängel auf:
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offene Zufahrt
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keine Bewachung
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10–12 Meter Pollerabstand
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keinerlei zusätzliche Sperren
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fehlende Evakuierungstechnik
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keine Videoüberwachung
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falsch platzierte Beamte
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über 30 Fahrzeuge in einer Stunde
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Pendlerverkehr um 20 Uhr
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ortsfremde Fahrzeuge mitten im Markt
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besonders viele Kinder & ältere Personen im Gefahrenbereich
Das ist kein tragbarer Zustand. Die Stadt Trier muss dringend handeln - bevor es zu einem vermeidbaren Unglück kommt.
German Protect Ausblick
In unseren nächsten Analysen nehmen wir die beiden weiteren großen Weihnachtsmärkte in der Trierer Fußgängerzone – am Domfreihof und am Hauptmarkt im Bereich der Hauptfußgängerzone – unter die Lupe.
Hier geht es zu Teil 2 der Analyse des Weihnachtsmarktes in Trier >>>

