Weihnachtsmärkte gehören zu den beliebtesten Veranstaltungen der Adventszeit und ziehen jedes Jahr Millionen Menschen an. Damit steigt jedoch auch der Anspruch an ein verantwortungsvolles und funktionierendes Sicherheitskonzept.
German Protect führt deshalb regelmäßig Sicherheitschecks auf stark frequentierten Veranstaltungen durch, um Risiken zu erkennen, Maßnahmen zu bewerten und Empfehlungen zu geben.
In diesem Bericht analysieren wir die Sicherheitsvorkehrungen des Weihnachtsmarkts in Landau in der Pfalz, einer traditionsreichen Universitätsstadt in Rheinland-Pfalz.
Vorbildliche Schutzmaßnahmen bereits vor Betreten des Weihnachtsmarkts
Schon vor dem Eingang des Marktes zeigt sich, dass die Stadt Landau das Thema Sicherheit sehr ernst nimmt. Die direkte Zufahrtsstraße ist durch eine massive Metallrampe als Fahrzeugstopper gesichert.
Diese Barriere verhindert effektiv, dass unbefugte Fahrzeuge ungehindert in Richtung Markt gelangen, ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte zum Schutz vor sogenannten „Vehicle Attacks“.
Durchdachtes Barrieren-Konzept innerhalb der Fußgängerzone
Beim Betreten des Weihnachtsmarkts in Landau fällt eine weitere Schutzmaßnahme ins Auge: Ein zusätzlicher Fahrzeugstopper sichert den Zugang aus der Fußgängerzone.
Links und rechts flankieren ihn Betonklötze, die in einer stabilen und optisch ansprechenden Hülle verborgen sind.
Diese Bauweise erfüllt zwei zentrale Funktionen:
-
Verhindern des Wegschiebens: Die Barrieren können nicht zur Seite gedrückt werden, ein wichtiger Faktor für die Stabilität im Ernstfall.
-
Schutz vor gefährlichen Betonsplittern: Ungeschützte Betonklötze können bei einem Aufprall splittern und Menschen im Umkreis von bis zu acht Metern gefährden. Die robuste Hülle hält den Beton zusammen und verhindert eine Splitterwirkung zuverlässig.
Wegfahrschutz für mehr Stabilität auf rutschigem Untergrund
Der historische Untergrund aus Kopfsteinpflaster stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Damit Barrieren nicht verrutschen oder verschoben werden können, wurden die Betonklötze mit einem Wegfahrschutz versehen.
Konkret sind die Betonklötze an ihrer Basis mit einer robusten Metallkralle ausgestattet, die sich im Kopfsteinpflaster der Altstadt verankert. Dadurch wird verhindert, dass die Barrieren wegrutschen können selbst dann, wenn ein Wahnsinniger versuchen sollte, mit einem Fahrzeug dagegenzufahren. Diese einfache, aber äußerst wirkungsvolle Maßnahme erhöht die Standfestigkeit der Barrieren erheblich.
German Protect hatte eine solche Ausführung, inklusive Wegrutschschutz, bereits 2023 empfohlen. Umso positiver ist hervorzuheben, dass Landau diese Empfehlung umgesetzt hat.
Schutzhüllen zur Vermeidung gefährlicher Betonsplitter
Zusätzlich sind die Betonklötze in Landau mit einer speziellen Schutzhülle ummantelt. Diese Hülle verhindert, dass bei einem Aufprall mit höherer Geschwindigkeit gefährliche Betonsplitter entstehen, die Menschen im Umkreis von mehreren Metern schwer verletzen könnten.
Solche Splitterwirkungen zählen zu den größten Risiken bei ungeschützten Betonblöcken und genau diese Schutzmaßnahme hat German Protect bereits 2023 ausdrücklich empfohlen.
Wir bewerten diese Schutzmaßnahme zur Vermeidung von Betonsplittern als äußerst effektiv und sicherheitsrelevant. Bislang konnte sie jedoch auf keinem anderen deutschen Weihnachtsmarkt festgestellt werden. Aus diesem Grund raten wir dringend, diese Schutztechnik künftig bei allen Betonbarrieren in ganz Deutschland einzusetzen.
Transparente Sicherheitskommunikation der Stadt Landau
Besonders positiv fällt eine vollständig abgesperrte Straße auf, die mit einem großen Sicherheitstransparent versehen ist. Die Stadt kommuniziert offen und verständlich:
„Diese Straße ist zum Schutz der Bürger aus Sicherheitsgründen gesperrt.“
Diese klare und transparente Information erhöht die Akzeptanz solcher Maßnahmen erheblich und zeigt, dass Sicherheit nicht nur umgesetzt, sondern auch nachvollziehbar erklärt wird.
Evakuierungs- und Alarmierungssysteme: Gute Basis mit Verbesserungspotenzial
Für den Notfall stehen mehrere Lautsprecher zur Verfügung, über die Evakuierungsdurchsagen erfolgen können. Für die Größe des Marktes stellt dies eine solide Grundabsicherung dar.
German Protect empfiehlt dennoch eine Optimierung: Evakuierungstürme für eine bessere Besucherleitung
Evakuierungstürme an allen vier Ecken des Marktes könnten:
-
gut hörbare, gerichtete Alarmsignale
-
visuelle Alarmgeber
-
klar erkennbare Fluchtweganzeigen
bereitstellen und so eine panikfreie, zielgerichtete Räumung unterstützen.
Gerade bei einem Weihnachtsmarkt dieser Größe ist es entscheidend, dass Besucher im Notfall sofort erkennen, auf welcher Seite sie das Gelände verlassen sollen. Sollte ein Vorfall punktuell nur auf einer Marktseite auftreten, signalisiert das visuelle Alarmsystem der Türme eindeutig, in welche Richtung sich die Besucher entfernen müssen.
Damit wird verhindert, dass Menschenströme versehentlich in den Gefahrenbereich laufen. Gleichzeitig ermöglicht diese klare visuelle Leitführung den Einsatzkräften, die Räumung geordnet und kontrolliert zu steuern.
Wir halten diese Form der punktgenauen Alarm- und Fluchtwegsignalisierung für äußerst wichtig, um eine schnelle, sichere und panikfreie Evakuierung zu gewährleisten.
Videoüberwachung als wertvolle Ergänzung für die öffentliche Sicherheit
Ein Evakuierungsturm pro Ecke, ausgestattet mit Videoüberwachung mittels einer Überwachungskamera, würde die Lageübersicht der Einsatzkräfte deutlich verbessern. Vorteile sind:
-
genaue Einschätzung der Situation in Echtzeit
-
schnellere und gezieltere Reaktionsmöglichkeiten
-
belastbare Beweissicherung im Nachhinein
Diese Kombination aus Alarmvisualisierung und kameragestützter Dokumentation stellt einen wichtigen Fortschritt in der Veranstaltungssicherheit dar.
Sichtbare Präsenz von Polizei und Rettungsdienst
Während unseres Sicherheitschecks bestätigte sich eine durchgehend präsente Polizei, die während der gesamten Öffnungszeiten auf dem Markt unterwegs ist. Zudem ist der Rettungsdienst gut sichtbar positioniert.
Diese Präsenz vermittelt den Besuchern Sicherheit und sorgt im Ernstfall für schnelle Reaktionszeiten.
Kritikpunkt: Fehlende Hinweise zur KatWarn-App
Trotz der insgesamt sehr positiven Sicherheitsstruktur gibt es einen Aspekt, der verbessert werden sollte: Auf dem Weihnachtsmarkt fehlen Hinweisschilder zur KatWarn-App.
Diese App ist ein zentrales Warninstrument bei akuten Gefahrenlagen und könnte den Besuchern im Ernstfall wichtige Informationen liefern. Eine entsprechende Beschilderung ist unkompliziert umsetzbar und würde den Sicherheitsstandard weiter erhöhen.
German Protect Fazit: Ein starkes Sicherheitskonzept mit wenigen Optimierungsmöglichkeiten
Der Weihnachtsmarkt in Landau in der Pfalz zeigt ein durchdachtes, stabiles und verantwortungsvolles Sicherheitskonzept. Besonders hervorzuheben sind:
-
effektive Fahrzeugbarrieren
-
geschützte Betonklötze mit Wegrutschschutz und Anti-Splitter-Vorrichtungen
-
transparente Sicherheitskommunikation
-
starke Präsenz von Polizei und Rettungsdienst
Mit einigen zusätzlichen Maßnahmen wie Evakuierungstürmen, Videoüberwachung und Hinweisen auf Warn-Apps, könnte das Niveau weiter gesteigert werden. German Protect wird auch künftig bundesweit Weihnachtsmärkte sowie Großveranstaltungen analysieren, um Kommunen und Veranstaltern wertvolle Impulse für eine noch bessere Sicherheitsplanung zu geben.
Ausblick: Sicherheitscheck Weihnachtsmarkt Mannheim
Als Nächstes steht der Weihnachtsmarkt in Mannheim auf unserer Agenda eine Stadt, die durch einen tragischen Amokfahrer-Vorfall besonders sensibilisiert ist.
Unsere Analyse wird daher mit besonderem Fokus auf Schutzmaßnahmen und Gefahrenprävention erfolgen.
Wir von German Protect berichten unabhängig und investigativ im Sinne der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland über die öffentliche Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten. Unsere Berichte sind real, ungeschönt und basieren ausschließlich auf eigenen Erhebungen vor Ort.
Als deutsches Sicherheitsunternehmen sehen wir es als unsere Pflicht, verständliche und transparente Aufklärung für die Öffentlichkeit bereitzustellen – klar formuliert, nachvollziehbar und für jeden zugänglich.
Bleiben Sie gespannt auf unseren nächsten Bericht.

