Viele Kunden stellen uns immer wieder dieselben Fragen:

  • Wie sicher ist eine Hikvision Kamera gegen Hackerangriffe?

  • Gibt es Backdoors in der Hikvision Kamera, die Daten nach China senden?

  • Und was bedeutet es, dass Hikvision Kameras nicht NDAA-konform sind?

  • Welche Richtlinien für Cybersecurity erfüllt Hikvision?

Als Hikvision-zertifizierter Partner möchten wir von German Protect mit diesem Beitrag aktiv zur Aufklärung beitragen und Ihnen als Kunden einen echten Mehrwert rund um das Thema Cybersicherheit bei Hikvision bieten. Unser Ziel: Missverständnisse beseitigen, Transparenz schaffen und Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Hikvision-Produkte sicher betreiben.

Antwort vorab: Hikvision-Produkte erfüllen bereits heute anerkannte europäische Cybersecurity-Richtlinien, darunter ETSI EN 303 645, den europäischen Standard für IoT- und Videoüberwachungsgeräte.

Diese Norm legt klare Anforderungen an sichere Voreinstellungen, Passwortschutz, Verschlüsselung, Updates und Schwachstellen-Management fest. Damit sind Hikvision Kameras nicht nur sicher konzipiert, sondern auch für den Einsatz in sensiblen Bereichen bis hin zu KRITIS-Projekten bestens geeignet.


Sicherheit & Cybersecurity bei Hikvision

Hikvision investiert seit Jahren in Sicherheitsprozesse, regelmäßige Patches und unabhängige Prüfungen. Zahlreiche aktuelle Produktlinien erfüllen heute anerkannte Cybersecurity-Standards, wie die erwähnte ETSI EN 303 645. Solche Zertifizierungen bestätigen u. a. Vorgaben zu Passwortregeln, Update-Mechanismen, Verschlüsselung und Schwachstellen-Management.

Wichtig in der Praxis: Wie bei jeder Netzwerkhardware gilt: Sicherheit ist ein Gemeinschaftsprojekt aus Hersteller-Updates, korrekter Konfiguration (starke Passwörter, rollenbasierte Zugriffe, HTTPS), Netzsegmentierung und regelmäßigem Patching. Ungepatchte oder falsch konfigurierte Geräte bleiben angreifbar – das zeigen wiederkehrende Warnungen der Security-Community.


Backdoors und Datenweitergabe bei Hikvision -  was stimmt?

Die Befürchtung, Hikvision Kameras hätten „Backdoors“ oder sendeten ungefragt Daten nach China, hält sich hartnäckig. Hikvision stellt in seiner Transparenz-Erklärung klar: Ohne vorherige Autorisierung des Kunden hat Hikvision keinen Zugriff auf Video-Daten der Nutzer. Daten bleiben in Ihrem eigenen Netzwerk bzw. folgen der Konfiguration des Betreibers (z.B. lokal, NVR, VMS, ggf. Cloud des Betreibers).

Einordnung:

  • Backdoor Schlagzeilen drehen sich meist um konkrete Schwachstellen einzelner Firmware-Versionen nicht um absichtlich eingebaute Hintertüren. Solche Sicherheitslücken kommen in der gesamten IoT-Branche vor und müssen zeitnah gepatcht werden.

  • Entscheidend ist daher Ihr Betriebskonzept: Updates einspielen, unnötige Dienste deaktivieren, Geräte nicht „offen“ ins Internet hängen, starke Authentifizierung nutzen.


Was bedeutet NDAA-konform und betrifft das Deutschland?

NDAA steht für den US-amerikanischen National Defense Authorization Act (Nationales Verteidigungsermächtigungsgesetz). Dieses Gesetz regelt unter anderem die Beschaffung im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich der USA. In Section 889 des NDAA ist festgelegt, dass bestimmte chinesische Hersteller, darunter auch Hikvision von der Verwendung in US-Behörden, beim Militär sowie bei Empfängern bestimmter Bundesmittel ausgeschlossen sind.

Das ist also ein US-Beschaffungsrecht, kein EU- oder deutsches Gesetz. Für deutsche und europäische Projekte ist die NDAA grundsätzlich nicht relevant - Ausnahmen gelten nur für US-Einrichtungen auf europäischem Boden wie beispielsweise Botschaften, US-Militäreinrichtungen.

Wichtig zu wissen: Hikvision-Produkte geraten in diesem Zusammenhang häufig in die Diskussion oder werden diffamiert nicht aufgrund technischer Mängel, sondern wegen der politischen Lage zwischen den USA und China. Diese geopolitischen Spannungen beeinflussen Beschaffungsentscheidungen in den USA, sind jedoch für Deutschland und Europa in der Praxis nicht maßgeblich.

Kurz gesagt: Die NDAA-Regelung betrifft ausschließlich die Vereinigten Staaten und deren Einrichtungen. Für Projekte in Deutschland oder Europa ist sie in der Regel nicht von Bedeutung


Die Einordnung für Deutschland: KRITIS und EU-Regelwerke

Für Deutschland und Europa ist nicht die NDAA relevant, sondern gesetzliche Vorgaben wie das IT-Sicherheitsgesetz 2.0, die KRITIS-Verordnung 2.0, die EU-Richtlinie NIS2 sowie künftig der Cyber Resilience Act (CRA).

  • NIS2 (Network and Information Security Directive 2 - Richtlinie über Netz- und Informationssicherheit): Diese EU-Richtlinie verpflichtet Unternehmen in wichtigen und kritischen Sektoren wie zum Beispiel  Energie, Gesundheit, Verkehr, digitale Infrastruktur zu hohen Mindeststandards in der IT-Sicherheit. Dazu gehören u.a. klare Vorgaben für Risikomanagement, Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen und regelmäßige Sicherheitsmaßnahmen.

  • Cyber Resilience Act (CRA - Gesetz zur Cyber-Resilienz): Eine geplante EU-Verordnung, die sicherstellen soll, dass alle vernetzten Geräte und Softwareprodukte (vom Smart Home bis zur professionellen Videoüberwachung) während ihres gesamten Lebenszyklus hohe Sicherheitsstandards einhalten. Hersteller müssen Sicherheitsupdates über Jahre hinweg garantieren und nachweisen, dass ihre Produkte „cyberresilient“ sind.

Was bedeutet KRITIS in diesem Zusammenhang?

„Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen und Einrichtungen, die für das Funktionieren des Gemeinwesens unverzichtbar sind.
Dazu zählen zum Beislpiel:

  • Energieversorgung (Strom, Gas, Wasser)

  • Gesundheitswesen (Krankenhäuser, medizinische Versorgung)

  • Transport & Verkehr (Flughäfen, Bahnhöfe, Logistik)

  • Digitale Infrastruktur (Telekommunikation, Rechenzentren, Netze)

  • Ernährung & Versorgung (Lebensmittelproduktion und -distribution)

Fällt eine dieser Strukturen aus oder wird massiv beeinträchtigt, kann das erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und das tägliche Leben haben. Deshalb gelten hier besonders strenge Sicherheitsanforderungen.

Wichtig für Hikvision Kunden: Hikvision-Produkte sind so entwickelt, dass sie diese Anforderungen erfüllen. Viele aktuelle Produktlinien sind bereits nach europäischen Normen und Standards wie ETSI EN 303 645 zertifiziert und damit bestens geeignet, um auch in sensiblen Projekten eingesetzt zu werden  bis hin zum KRITIS-Bereich.

Das bedeutet: Mit Hikvision setzen Sie auf Technik, die nachweislich internationale und europäische Sicherheitsanforderungen erfüllt, und damit auf eine zukunftssichere Lösung für Ihr Projekt egal ob im privaten, gewerblichen oder kritischen Umfeld.


Sicherheitskonformitäten und europäische Zertifizierungen

In unserem Video zeigen wir, welche Sicherheitsfeatures Hikvision bietet und welche europäischen Zertifizierungen bereits vorliegen z.B. ETSI EN 303 645. Diese bescheinigen u.a. Anforderungen an sichere Voreinstellungen, Update-Prozesse, Schutz persönlicher Daten und Schwachstellen-Handling. Beachten Sie, dass Zertifizierungen produkt- und versionsspezifisch sind - wir prüfen für Ihr Projekt die passende, zertifizierte Serie.


Fragen und Antwort zu Hikvision Cybersecurity kurz gefasst:

  1. Wie sicher sind Hikvision-Kameras gegen Hackerangriffe? Sehr sicher sofern sie aktuell gepatcht und korrekt konfiguriert sind. Hikvision liefert regelmäßig Sicherheitsupdates, die unbedingt eingespielt werden sollten.

  2. Gibt es Backdoors in Hikvision-Produkten? Nein. Hikvision bestätigt offiziell: Es gibt keine Backdoors. Daten verlassen Ihr Netzwerk nur über bewusst konfigurierte Dienste.

  3. Senden Hikvision-Kameras Daten nach China? Nein. Datenübertragungen erfolgen ausschließlich nach Ihrer Konfiguration (lokal, NVR, VMS, Cloud).

  4. Was bedeutet „nicht NDAA-konform“? NDAA ist ein US-Verteidigungsgesetz (Nationales Verteidigungsermächtigungsgesetz). Hikvision ist dort vom Einsatz bei US-Behörden ausgeschlossen. Für Deutschland/EU hat NDAA keine Relevanz außer bei Projekten mit US-Einrichtungen.

  5. Sind Hikvision-Produkte in Deutschland erlaubt? Ja. Hikvision ist in Deutschland KRITIS-relevant und Produkte erfüllen europäische Cybersecurity-Standards wie ETSI EN 303 645.


Checkliste: 10 Schritte zur Härtung Ihrer Hikvision-Installation

  1. Firmware aktuell halten und Update-Zyklus etablieren.

  2. Starke Passwörter mit mindestens 12 Zeichen bestehend aus groß und klein Buchtaben, Zahlen und Sonderzeichen für alle Accounts vergeben, Admin-Accounts trennen.

  3. Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktivieren, wo verfügbar.

  4. VLAN/Netzsegmentierung nutzen - Hikvision Kameras nicht ins offene Internet hängen.

  5. VPN für Remote-Zugriff einsetzen statt unsicherem Port-Forwarding.

  6. HTTPS und SRTP aktivieren, Zertifikate regelmäßig pflegen.

  7. Unnötige Dienste deaktivieren wie zum Beispiel  P2P, wenn nicht benötigt.

  8. Standard-Ports ändern und Firewall-Regeln definieren.

  9. Logging und Monitoring aktivieren, Warnmeldungen regelmäßig prüfen.

  10. Notfallplan für Sicherheitsvorfälle dokumentieren inkl. Ansprechpartner und Update-Routine.

Ihr Vorteil mit German Protect als Hikvision zertifizierter Partner

Dieser Beitrag ist Teil unseres Servicegedankens: Wir von German Protect bereiten wichtige Themen wie Cybersicherheit verständlich für unsere Kunden auf damit Sie nicht nur eine Überwachungskamera kaufen, sondern auch das Wissen und die Beratung erhalten, wie Sie Ihre Systeme sicher und zukunftsfähig betreiben.

Darüber hinaus bieten wir:

  • Persönliche Beratung zu Hikvision Technik, Sicherheit  und Compliance

  • Konzept und Härtung Ihrer Videoanlage nach Best Practices

  • Regelmäßige Updates und  Support auch nach der Inbetriebnahme

  • Zertifikats-  und Serienauswahl: Wir wählen die passenden, zertifizierten Produktlinien für Ihr Projekt (EU-Zertifizierungen, Branchenvorgaben)

Sprechen Sie mit uns

Fragen zu Cybersecurity, europäischen Zertifizierungen, KRITIS, NIS2 oder CRA oder konkret zu Hikvision-Produkten?

Telefon: +49 (0)6232 / 1002425
E-Mail: support@germanprotect.com

Wir beraten Sie kompetent, transparent und projektbezogen.

 


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Bogdan Tamasan

Bogdan Tamasan

Herr Bogdan Tamasan ist seit 1994 in der Sicherheitsbranche tätig und seit 2011 geschäftsführender Gesellschafter der ESA GmbH German Protect mit über 27-jähriger Erfahrung im Bereich Sicherheitstechnik, Schutz, Prävention, Planung und Projektentwicklung. In seiner Tätigkeit als Sicherheitsberater für verschiedene Konzerne und Institutionen europaweit, konnte sich Herr Tamasan in dieser langen Zeitspanne eine fundierte und praxisnahe Erfahrung und Wissen aneignen, welches von Jahr zu Jahr durch verschiedene System- und Partnerzertifizierungen vertieft wurde. Ein kleiner Auszug seiner Zertifizierungen: Axis Solutions Partner, IHK zertifizierte Fachkraft für Video-Sicherheitstechnik, Hikvision Sub-Distributor, Vivotek Expert, Hanwha Security Engineering, Mobotix Advanced Partner, Avigilon Partner, Sony Video Security Gold Partner, Flir Partner, Eneo System Integrator, Bosch Partner, Seetec Professional, Milestone Partner, Wave Professional, Aimetis Certifed, zertifizierter Telenot Facherrichter und Stützpunkt, Planung und Einbau von Einbruchmeldeanlagen nach VdS 2311 und VDE 0833, Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchmelder gemäß DIN 14676, Videofied zertifizierter Partner, Risco Certified, Jablotron zertifizierter Partner, Ajax zertifizierter Partner, rayTec Professional SimonsVoss Partner usw.