Die fachgerechte Montage der Überwachungskamera ist ein relevanter Punkt für eine effizient funktionierende Videoüberwachung.
Insbesondere bei der Montage einer Überwachungskamera im Außenbereich sind wichtige Punkte zu beachten:

 

 

 

1. Auswahl der richtigen Überwachungskamera für den Anwendungsbereich

Bei der Auswahl der richtigen Überwachungskamera für den jeweiligen Anwendungsbereich ist es entscheidend, die spezifischen Anforderungen und Einsatzgebiete zu berücksichtigen.
Der Anwendungsbereich definiert, welche Art der Videoüberwachung gewünscht ist und welche Erwartungen an die Überwachungskamera gestellt werden.

Beispielsweise unterscheidet sich eine Überwachungskamera für die Kennzeichenerkennung erheblich von einer Überwachungskamera zur Gesichtserkennung, vor allem in Bezug auf die Montageposition.
Während eine Überwachungskamera für die Kennzeichenerkennung genau positioniert werden muss, dass sie ausschließlich die Toreinfahrt oder Fahrspur überwacht und dementsprechend nicht mehr für die konventionelle Videoüberwachung geeignet ist, sollte eine Überwachungskamera zur Gesichtserkennung so montiert werden, dass keine Vogelperspektive entsteht. Eine Überwachungskamera, die oberhalb der optimalen Montagehöhe von maximal 4 Metern installiert wird, kann aufgrund des steilen Winkels das Gesicht einer Person oft nicht erfassen. In den meisten Fällen wird nur der Kopf von oben im Überwachungsbild sichtbar.

Die richtige Auswahl der Überwachungskamera spielt daher eine entscheidende Rolle. Auch in technischer Hinsicht unterscheiden sich Überwachungskameras für Kennzeichenerkennung grundlegend von solchen für Gesichtserkennung.
Eine Überwachungskamera, die sowohl komplexe Aufgaben wie die Gesichtserkennung und Identifizierung als auch die Kennzeichenerkennung gleichzeitig bewältigen kann, existiert nicht, da es sich um unterschiedliche Technologien handelt.

 

2. Vorbereitung der Montage der Überwachungskamera

Um die Montage der Überwachungskamera ordnungsgemäß vorzubereiten, sind mehrere wichtige Schritte zu beachten, insbesondere bei kalten Wetterbedingungen.
Wir empfehlen dringend, die Überwachungskamera in ihrer Verpackung etwa eine Stunde vor der Montage im Freien akklimatisieren zu lassen.
Wird die Kamera aus einem Innenbereich mit einer Temperatur von +20°C direkt in einem Außenbereich bei 0°C montiert, kann trotz ihrer hohen Schutzklasse von IP66 Kondensation entstehen, wodurch das Objektiv beschlagen könnte.
Dies ist im Nachhinein schwer zu beheben.

Ein weiterer wesentlicher Schritt ist die Verlegung eines geeigneten Netzwerkkabels. Im Bereich der Videoüberwachung werden häufig CAT6 oder CAT7 Kabel verwendet, die in verschiedenen Abschirmungen (z.B. F/STP, S/STP) und Klassen erhältlich sind. Die Abschirmung ist besonders wichtig, um elektromagnetische Störungen zu vermeiden, die durch Stromleitungen oder andere Einflüsse entstehen könnten.
Zudem ist es essenziell, für den Außenbereich geeignete Netzwerkkabel zu verwenden. Innenbereichskabel sind zwar kostengünstiger, werden jedoch bei niedrigen Temperaturen spröde, was zu Beschädigungen der Innenleiter führen kann.

Vor der Montage der Überwachungskamera sollten die Montagedosen angebracht und die Netzwerkkabel in die Dosen eingeführt sowie mit einem geeigneten Netzwerkstecker versehen werden.
Im Bereich der Videoüberwachung wird üblicherweise die B-auf-B-Krimpmethode verwendet. Besonders bei Dome-Kameras ohne Kabelpeitsche und begrenztem Platz innerhalb der Kamera ist darauf zu achten, ob der Netzwerkstecker passt. Sollte dies nicht der Fall sein, muss entweder ein passender Netzwerkstecker gekrimpt oder mittels eines CAT-Verbindungssteckers ein zusätzliches, dünneres Netzwerkkabel montiert werden.
Für die Außenmontage ist die Verwendung einer Montagedose notwendig, um die Kamera unabhängig von ihrer IP-Schutzklasse vor Feuchtigkeit bei raschem Temperaturabfall zu schützen.

Abschließend empfehlen wir, vor der endgültigen Montage der Überwachungskamera die Netzwerkverbindung sowie die PoE-Verfügbarkeit (Power over Ethernet) mit einem Netzwerkprüfgerät zu testen. Verbindungsprobleme nach der Montage zu beheben, kann sehr aufwändig und frustrierend sein.

 

3. Montage der Überwachungskamera

Nachdem die Montagedose angebracht und die Netzwerkverbindung überprüft wurden, sollten die Verschraubungen der Überwachungskamera – insbesondere bei einer Bullet-Kamera – vor dem Besteigen der Leiter gelockert werden.
Dies erleichtert die Befestigung der Kamera an der Wand und ermöglicht eine präzise Ausrichtung auf den gewünschten Überwachungsbereich.

Bei der Montage einer Dome-Kamera ist darauf zu achten, die Schutzfolie erst nach der endgültigen Fertigmontage von der Kuppel zu entfernen, um Fingerabdrücke und Fettspuren zu vermeiden.
Diese können bei eingeschalteter Infrarotbeleuchtung Lichtkegel im Überwachungsbild verursachen. Auch die Innenseite der Kuppel, die oft keine Schutzfolie hat, sollte sauber bleiben.
Daher empfehlen wir, geeignete Handschuhe bei der Montage der Dome-Kamera zu tragen. Das Entfernen von Fettresten von der Kuppel ist sehr aufwändig.
Sollte dies dennoch erforderlich sein, verwenden Sie bitte kein Glasreiniger, sondern Spülmittel und ein Brillenputztuch. Mikrofaser- oder andere ungeeignete Tücher sollten vermieden werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass alle Dome-Kameras mit der Bezeichnung "Fix-Dome" ausschließlich mechanisch auf den gewünschten Bildbereich auszurichten sind. Die Bezeichnung "Drei-Achsen-Einstellung" in Datenblättern verschiedener Überwachungskamerahersteller kann für Laien verwirrend sein und zu Fehlkäufen führen. Die einzigen Überwachungskameras, die elektronisch einstellbar sind, tragen die Bezeichnung PTZ-Kamera oder Speed Dome-Kamera. PTZ steht für Pan-Tilt-Zoom und bedeutet Schwenken-Neigen-Zoom, während die Bezeichnung Speed Dome die gleichen Funktionen widerspiegelt.

 

4. Einrichtung und Funktionalität der Überwachungskamera

Nach der erfolgreichen Montage der Überwachungskamera sollte diese für den gewünschten Anwendungsbereich und die entsprechende Funktionalität programmiert werden.
Dabei ist es wichtig, die Funktionalität, wie beispielsweise die Alarmierung der Überwachungskamera, mehrfach unter verschiedenen Szenarien sowohl tagsüber als auch nachts zu prüfen.
Szenarien können beispielsweise die Erkennung von Menschenansammlungen umfassen, insbesondere wenn die Überwachungskamera mit auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Funktionen ausgestattet ist.

Wir empfehlen Kunden, die nicht über ausreichendes technisches Wissen verfügen, sich vor dem Kauf fachlich beraten zu lassen, insbesondere bei KI-basierten Überwachungskameras.
Solche Kameras sind einerseits sehr leistungsfähig, andererseits jedoch für Laien teilweise kompliziert zu programmieren. Eine mangelhaft programmierte Überwachungskamera kann ihre vom Hersteller angegebene Hochleistung nicht erbringen.

Aus diesen Gründen raten wir zum Kauf einer Überwachungskamera bei zertifizierten Fachhändlern, die Support und Einrichtung per Fernwartung anbieten.
Bei German Protect bieten wir kostenlosen Support für alle Überwachungskameras, die bei uns erworben wurden, sowie eine Einrichtung per Fernwartung gegen einen geringen Aufpreis.
Kontaktieren Sie uns für eine professionelle Beratung, bevor Sie eine Überwachungskamera kaufen.

 

 


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Bogdan Tamasan

Bogdan Tamasan

Herr Bogdan Tamasan ist seit 1994 in der Sicherheitsbranche tätig und seit 2011 geschäftsführender Gesellschafter der ESA GmbH German Protect mit über 27-jähriger Erfahrung im Bereich Sicherheitstechnik, Schutz, Prävention, Planung und Projektentwicklung. In seiner Tätigkeit als Sicherheitsberater für verschiedene Konzerne und Institutionen europaweit, konnte sich Herr Tamasan in dieser langen Zeitspanne eine fundierte und praxisnahe Erfahrung und Wissen aneignen, welches von Jahr zu Jahr durch verschiedene System- und Partnerzertifizierungen vertieft wurde. Ein kleiner Auszug seiner Zertifizierungen: Axis Solutions Partner, IHK zertifizierte Fachkraft für Video-Sicherheitstechnik, Hikvision Sub-Distributor, Vivotek Expert, Hanwha Security Engineering, Mobotix Advanced Partner, Avigilon Partner, Sony Video Security Gold Partner, Flir Partner, Eneo System Integrator, Bosch Partner, Seetec Professional, Milestone Partner, Wave Professional, Aimetis Certifed, zertifizierter Telenot Facherrichter und Stützpunkt, Planung und Einbau von Einbruchmeldeanlagen nach VdS 2311 und VDE 0833, Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchmelder gemäß DIN 14676, Videofied zertifizierter Partner, Risco Certified, Jablotron zertifizierter Partner, Ajax zertifizierter Partner, rayTec Professional SimonsVoss Partner usw.