Damit ein Hikvision-Rekorder (ob NVR oder DVR) Videoaufnahmen zuverlässig speichern kann, muss eine interne Festplatte (HDD) korrekt eingebaut, initialisiert und konfiguriert werden.
Dieser Vorgang ist entscheidend für die langfristige Funktionstüchtigkeit und Stabilität der gesamten Videoüberwachung.
In unserem Video zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine Festplatte bei einem Hikvision- NVR-Netzwerkvideorekorder richtig einbaust, initialisierst und konfigurierst. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Schritte parallel dazu noch einmal übersichtlich zusammen.
Was du benötigst
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Einen Hikvision-Rekorder (z.B. DS-7608NI, DS-7716NI oder Turbo-HD-DVR-Modell)
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Eine kompatible 3,5” SATA-Festplatte (z.B. Hikvision HDD, WD Purple oder Seagate SkyHawk)
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Kreuzschlitz-Schraubendreher
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Maus, Monitor und Stromversorgung
Schritt 1: Festplatte einbauen
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Rekorder ausschalten und Netzstecker ziehen.
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Gehäuse öffnen (Rück- oder Oberseite abschrauben).
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Festplatte in den vorgesehenen Schacht einsetzen und mit vier Schrauben fixieren.
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SATA- und Stromkabel anschließen.
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Gehäuse schließen, Rekorder wieder einschalten.
In unserem Video zeigen wir genau, wie du den Deckel öffnest, die HDD richtig platzierst und anschließt.
Schritt 2: Festplatte initialisieren
Sobald der Rekorder hochgefahren ist, erscheint die Benutzeroberfläche. Gehe wie folgt vor:
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Melde dich mit Admin-Zugangsdaten an.
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Navigiere zu: Menü → Konfiguration → Speicher → Festplattenverwaltung
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Die neue Festplatte wird in der Liste angezeigt, meist mit dem Status „Nicht initialisiert“.
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Wähle die Platte aus und klicke auf „Initialisieren“. Achtung: Dabei werden alle vorhandenen Daten gelöscht.
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Nach wenigen Sekunden ist die HDD formatiert und wird als „Normal“ angezeigt.
Nun ist die Festplatte betriebsbereit und kann als Speicherziel für Videoaufzeichnungen genutzt werden.
Schritt 3: Aufnahme und Speicherkonfiguration
Jetzt solltest du überprüfen, ob dein System korrekt für die Aufnahme eingestellt ist: Menü → Aufzeichnung → Zeitplan: Lege fest,
wann aufgezeichnet werden soll (kontinuierlich, bewegungsgesteuert, ereignisbasiert usw.).
Menü → Speichereinstellungen: Prüfe, ob die aktive Festplatte als Aufzeichnungsziel definiert ist.
Zusätzliche Hinweise & Empfehlungen:
Aktiviere die Option „Überschreiben“, damit alte Aufnahmen automatisch gelöscht werden, sobald der Speicher voll ist – das verhindert Aufnahmeunterbrechungen.
Tipps für optimale Festplattennutzung
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Nicht jede Festplatte ist für den Dauerbetrieb in einem Überwachungssystem ausgelegt.
Wir empfehlen ausschließlich sogenannte Surveillance-HDDs, da sie speziell für 24/7-Aufzeichnung entwickelt wurden.
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Überwache regelmäßig die Festplatten-Gesundheit im Menü.
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Plane bei größeren Projekten mehrere Platten oder einen RAID-Modus (nur bei kompatiblen Geräten).
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Achte darauf, dass Firmware und Rekorder-Software stets auf dem aktuellen Stand sind, um Fehler und Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.
Wie viel Speicherplatz benötige ich bei einem Hikvision-Rekorder?
Ein zentraler Punkt bei der Einrichtung eines Hikvision Rekorders ist die Wahl der passenden Festplattengröße. Der tatsächliche Speicherbedarf hängt von mehreren Faktoren ab – insbesondere von der Anzahl der Kameras, deren Auflösung und der Art der Aufzeichnung.
Die wichtigsten Einflussfaktoren:
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Anzahl der Kameras im System
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Kameraauflösung (z.B. 2 MP, 4 MP, 8 MP / 4K)
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Bilder pro Sekunde (fps)
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Kompression (H.265+, H.265, H.264)
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Aufzeichnungsart (Dauer, Bewegung, Ereignisse)
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Geplante Speicherzeitraum (z.B. 7, 14 oder 30 Tage)
Beispielrechnung für den Speicherbedarf:
Parameter Beispielwert
Überwachungskameras: 8 Stück
Auflösung: 4 MP (2560 × 1440)
Bildrate:15 fps
Kompression:H.265+
Aufzeichnung: 24/7 (kontinuierlich)
Aufbewahrungszeitraum: 14 Tage
Ergebniss gesamter Speicherbedarf: ca. 3–4 Terabyte
Dieser Wert kann je nach Kompression und Aktivitätsszenario stark variieren. Wird beispielsweise nur bei Bewegung aufgezeichnet, kann der Speicherbedarf deutlich geringer ausfallen.
Faustregel für die Planung der Videoüberwachung:
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2 MP IP-Kamera: ca. 8–12 GB pro Tag
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4 MP IP-Kamera: ca. 12–20 GB pro Tag
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8 MP (4K) IP-Kamera: ca. 20–40 GB pro Tag
Multipliziere den jeweiligen Tagesverbrauch mit der Anzahl der Kameras und den gewünschten Tagen, um deinen ungefähren Speicherbedarf zu berechnen.
Tipp von GermanProtect:
Wenn du dir bei der Dimensionierung unsicher bist, helfen wir dir gerne weiter. Als zertifizierter Hikvision-Partner beraten wir dich persönlich – und liefern auf Wunsch bereits vorkonfigurierte Rekorder mit passender Festplatte, abgestimmt auf deine individuelle Projektsituation.
Fazit
Die Einrichtung einer Festplatte bei einem Hikvision-Rekorder ist mit wenigen Schritten erledigt – vor allem mit der richtigen Anleitung.

