Außenhautüberwachung bei der Alarmanlage: Fenster und Türen im Nachtmodus richtig absichern

Wie sichern Sie Ihr Haus mit einer Alarmanlage wirklich effektiv, auch dann, wenn Sie sich im Gebäude befinden?
Viele Alarmanlagen bieten zwar Schutz bei Abwesenheit, doch im Nachtmodus entstehen häufig Sicherheitslücken. Genau hier setzt die Außenhautüberwachung an: Sie sorgt dafür, dass alle Fenster und Türen abgesichert sind, während Sie sich frei im Haus bewegen können.

Im Rahmen der Dokumentationsreihe „Alarmanlage im Haus selbst einbauen Teil 4 “ beschäftigen wir uns in diesem Beitrag mit der sogenannten Außenhautüberwachung bei einer Alarmanlage.
Gemeint ist damit die Absicherung sämtlicher Türen und Fenster, die nach außen führen. Ziel dieser Absicherung ist es, dass die Alarmanlage auch dann wirksam schützt, wenn sich die Bewohner im Gebäude befinden, insbesondere im Nachtmodus.

Die Außenhautüberwachung sorgt dafür, dass man sich im Haus frei bewegen kann, ohne einen Alarm auszulösen, und dennoch durch die Alarmanlage geschützt bleibt.
Während sich die Bewohner im Innenraum bewegen, überwacht die Alarmanlage konsequent alle relevanten Öffnungen der Gebäudehülle.

 

 

Magnetkontakte als Basis der Außenhautüberwachung

Für eine wirksame Außenhautüberwachung ist es erforderlich, dass alle nach außen führenden Fenster und Türen in die Alarmanlage eingebunden werden. Hierbei bilden Magnetkontakte die technische
Grundlage. Sie melden der Alarmanlage, sobald ein Fenster oder eine Tür geöffnet wird.

Anhand der DoorProtect Fenster- und Türkontakte von Ajax Systems wird im Rahmen der Dokumentationsreihe gezeigt, wie sich diese Absicherung in der Praxis umsetzen lässt.
In Verbindung mit einer Ajax Alarmanlage entsteht ein durchgängiges System, bei dem alle Komponenten der Alarmanlage optimal aufeinander abgestimmt sind.

Fenster- Absicherung für schwierige Einbausituationen 

Ein besonderer Fokus des Videotutorials liegt auf komplexen Fenstersituationen. So zeigen wir unter anderem ein sehr schwieriges Fenster, das aus zwei Elementen besteht: einem unteren, starren Fensterelement sowie einem darüberliegenden, zu öffnenden Fensterflügel.
Beide führen nach außen und weisen ein entsprechend erhöhtes Einbruchrisiko auf.
Während bei dem festen Element ein klassischer Magnetkontakt keinen Mehrwert bietet, muss dennoch eine geeignete Absicherung innerhalb der Alarmanlage erfolgen. Gleichzeitig wird auch das darüberliegende Fenster vollständig in die Außenhautüberwachung integriert.
Im Tutorial wird gezeigt, wie beide Elemente in ein schlüssiges Sicherheitskonzept eingebunden werden können, sodass die Alarmanlage auch bei solchen Sonderkonstruktionen eine durchgängige Schutzwirkung bietet.

Zusätzlich zeigen wir im Video den realen Betrieb der Anlage. In scharfgeschaltetem Zustand wird demonstriert, wie die einzelnen Magnetkontakte auslösen und wie die Alarmanlage auf entsprechende Ereignisse reagiert.

Ajax DoorProtect Plus Superior Magnetkontakt als Speziallösung

Bei besonders engen oder konstruktiv anspruchsvollen Fenstern kommt der DoorProtect Plus Superior von Ajax Systems zum Einsatz.
Dieser unterscheidet sich in mehreren Punkten deutlich von den klassischen Varianten DoorProtect und DoorProtect Plus.

Der Magnetkontakt verfügt über ein angepasstes Gehäuse mit einem verschraubbaren Deckel und kann großflächig, beispielsweise über die gesamte Unterseite am Fensterrahmen verklebt werden.
Diese Art der Montage ist bei Standardmeldern in dieser Form in der Praxis oft nicht möglich.
Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Funktionalität:
Es ist möglich, zwei Kipp- und Öffnungskontakte mit nur einem zentral positionierten Magneten zu betreiben. Dadurch entsteht eine besonders effiziente Lösung, die sich vor allem bei sehr engen Fenstern oder begrenztem Platzangebot bewährt.
Aufgrund dieser erweiterten Funktionen ist der DoorProtect Plus Superior Bestandteil der Superior Line und wird ausschließlich über zertifizierte Errichter in eine Alarmanlage integriert.
Eine eigenständige Implementierung ist nicht vorgesehen und in der Praxis auch nicht umsetzbar.

DoorProtect und DoorProtect Plus Magnet und Öffnungskontakte im direkten Vergleich

Der zentrale Unterschied zwischen DoorProtect und DoorProtect Plus liegt darin, dass der DoorProtect Plus zusätzlich über einen integrierten Kippsensor verfügt. Dadurch ist die Alarmanlage in der Lage, nicht nur geöffnete, sondern auch gekippte Fenster zuverlässig zu erkennen.
Diese Funktion ist insbesondere im Alltag relevant, beispielsweise beim Lüften im Nachtbetrieb.
Gleichzeitig bietet die Integritätsprüfung der Alarmanlage einen entscheidenden Mehrwert beim Verlassen des Hauses.
Ist diese Funktion aktiviert, überprüft die Alarmanlage vor dem Scharfschalten den Zustand aller Fenster und Türen.
Befindet sich beispielsweise ein Fenster noch in Kippstellung, wird dieser Zustand deutlich signalisiert, bevor die Alarmanlage scharfgeschaltet werden kann. Der Betreiber muss in diesem Fall aktiv bestätigen, dass die Alarmanlage trotz des geöffneten Fensters scharf geschaltet werden darf. Alternativ und aus sicherheitstechnischer Sicht empfehlenswert, besteht selbstverständlich die Möglichkeit, das entsprechende Fenster vor dem Scharfschalten zu schließen.
Zusätzlich verfügt der DoorProtect Plus über Schock- und Erschütterungssensoren, die eine frühzeitige Detektion von Einbruchsversuchen ermöglichen.

Szenarien und Alarmverifikation

Im Videotutorial wird außerdem gezeigt, wie innerhalb einer Alarmanlage gezielte Szenarien umgesetzt werden können.
So kann beispielsweise definiert werden, dass bei einer erkannten Erschütterung am Fensterrahmen automatisch ein Bewegungsmelder mit Fotofunktion aktiviert wird. Noch bevor ein Täter in das Gebäude eindringen kann, wird eine Bildaufnahme zur Alarmverifikation erstellt und an den Betreiber oder eine Notruf- und Serviceleitstelle übermittelt.

Weitere Komponenten der Außenhautüberwachung

Ergänzend kommen Glasbruchmelder wie der GlassProtect von Ajax Systems zum Einsatz, die ohne Bohren montiert werden können.
Auch Balkon- und Terrassentüren sowie Dachfenster sollten konsequent in die Alarmanlage integriert werden, da diese häufig unterschätzte Angriffspunkte darstellen.

Bedeutung im Nachtbetrieb und Ausblick

Im Nachtmodus werden Bewegungsmelder im Innenbereich in der Regel deaktiviert.
Ohne Außenhautüberwachung ist eine Alarmanlage in dieser Betriebsart nicht vollständig wirksam.
Im nächsten Beitrag der Dokumentationsreihe Alarmanlage im Haus selbst einbauen geht es um die Risikobewertung eines Objekts und die Identifikation neuralgischer Stellen. 
Anschließend folgt ein Beitrag zur Überwachung im Außenbereich mit Bewegungsmelder und Fotoverifikation, wodurch die Alarmanlage weiter ergänzt wird.

German Protect Dokumentationsreihe: Alarmanlage im Haus selbst einbauen

Haben Sie Fragen zum Aufbau einer Alarmanlage für Ihr Haus? Dann begleiten Sie uns in unserer Dokumentationsreihe „Alarmanlage im Haus selbst einbauen“.

In dieser Reihe zeigen wir Schritt für Schritt, wie eine Alarmanlage fachgerecht geplant, installiert und in Betrieb genommen wird.
Die Inhalte reichen vom Einbau der Alarmzentrale über die richtige Platzierung und Projektierung bis hin zur Montage von Bewegungsmeldern, der Außenhautüberwachung sowie der Außenüberwachung.
Dabei legen wir besonderen Wert darauf, die Alarmanlage als Gesamtsystem zu betrachten.
Ergänzend zeigen wir praxisnahe Smart-Home-Automatismen. So demonstrieren wir unter anderem, wie sich ein Smart-Lock-Elektroschloss-System in Verbindung mit einer Ajax Systems Alarmanlage integrieren lässt.

Als zertifizierter Errichter für Einbruchmeldetechnik zeigen wir von German Protect, wie unterschiedliche Systeme fachgerecht umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Lösungen von Telenot, Jablotron, Hikvision, Dahua Technology sowie Videofied.
Ziel ist es, zu vermitteln, wie eine Alarmanlage so geplant und installiert wird, dass ein Gebäude optimal und effektiv abgesichert ist. Denn nur eine Alarmanlage, die auf der richtigen Komponentenauswahl und einem etablierten Hersteller basiert, bietet tatsächlichen Schutz – alles andere bleibt eine Illusion.

Kontakt und individuelle Planung

Kontaktieren Sie uns von German Protect und German Protect Secura für eine individuelle Planung Ihrer Alarmanlage.
Unsere Techniker unterstützen Sie dabei, die richtigen Komponenten auszuwählen und eine fachgerechte Planung umzusetzen, damit eine effiziente und tatsächlich schützende Alarmanlage realisiert wird.

 


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Bogdan Tamasan

Bogdan Tamasan

Herr Bogdan Tamasan ist seit 1994 in der Sicherheitsbranche tätig und seit 2011 geschäftsführender Gesellschafter der ESA GmbH German Protect mit über 27-jähriger Erfahrung im Bereich Sicherheitstechnik, Schutz, Prävention, Planung und Projektentwicklung. In seiner Tätigkeit als Sicherheitsberater für verschiedene Konzerne und Institutionen europaweit, konnte sich Herr Tamasan in dieser langen Zeitspanne eine fundierte und praxisnahe Erfahrung und Wissen aneignen, welches von Jahr zu Jahr durch verschiedene System- und Partnerzertifizierungen vertieft wurde. Ein kleiner Auszug seiner Zertifizierungen: Axis Solutions Partner, IHK zertifizierte Fachkraft für Video-Sicherheitstechnik, Hikvision Sub-Distributor, Vivotek Expert, Hanwha Security Engineering, Mobotix Advanced Partner, Avigilon Partner, Sony Video Security Gold Partner, Flir Partner, Eneo System Integrator, Bosch Partner, Seetec Professional, Milestone Partner, Wave Professional, Aimetis Certifed, zertifizierter Telenot Facherrichter und Stützpunkt, Planung und Einbau von Einbruchmeldeanlagen nach VdS 2311 und VDE 0833, Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchmelder gemäß DIN 14676, Videofied zertifizierter Partner, Risco Certified, Jablotron zertifizierter Partner, Ajax zertifizierter Partner, rayTec Professional SimonsVoss Partner usw.